Rosh Hashanah 29

Kapitel 29

א מאן שמעת ליה דאזיל בתר לקיטה ר"ג וקתני שבט
1 Derjenige, der sich nach dem Pflücken richtet, ist ja R. Gamliél, und er lehrt, der Šebaṭ [sei Jahresanfang]!? –
ב אלא אי אתמר הכי אתמר אמר רבה בר רב הונא אע"ג דאמר רבן גמליאל אתרוג אחר לקיטה כירק ראש השנה שלו שבט
2 Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Rabba b. Hona sagte: Obgleich R. Gamliél sagt, [bei der Verzehntung] des Etrog richte man sich nach dem Pflücken, so ist deren Jahresanfang dennoch der Šebaṭ. –
ג מאי שנא התם דקתני אם היתה שניה נכנסת לשלישית ומאי שנא הכא דקתני אם היתה שלישית נכנסת לרביעית
3 Weshalb lehrt er dort von der Wende des zweiten zum dritten, hier aber von der Wende des dritten zum vierten Jahre? –
ד מילתא אגב אורחיה קמ"ל דאתרוג קשיא ליה ידא ואיידי דממשמשי ביה כולי עלמא בשביעית לא טעין פרי עד תלת שנין
4 Er lehrt uns etwas nebenbei, daß nämlich dem Etrog das Betasten schade, und da im Siebentjahre alle Welt [die Bäume] betastet, so trägt er Früchte erst nach drei Jahren.
ה בעא מיניה ר' יוחנן מרבי ינאי אתרוג ר"ה שלו אימתי א"ל שבט שבט דחדשים או שבט דתקופה א"ל דחדשים
5 R. Joḥanan fragte R. Jannaj: Wann ist der Jahresanfang für den Etrog? Dieser erwiderte: Im Sebaṭ. – Im Monate Šebaṭ oder im Šebaṭ des Jahreskreises? Dieser erwiderte: Im [Mond]monate.
ו בעא מיניה רבא מרב נחמן ואמרי לה ר' יוחנן מרבי ינאי היתה שנה מעוברת מהו א"ל הלך אחר רוב שנים
6 Raba fragte R. Naḥman, und wie manche sagen, R. Joḥanan den R. Jannaj: Wie ist es in einem Schaltjahre? Dieser erwiderte: Man richte sich nach den meisten Jahren.
ז אמר רבה אתרוג בת ששית שנכנסה לשביעית פטורה מן המעשר ופטורה מן הביעור ובת שביעית שנכנסה לשמינית פטורה במעשר וחייבת בביעור
7 Rabba sagte: Der aus dem sechsten Jahre in das Siebentjahr hineinragende Etrog ist zehntfrei und unterliegt nicht der Fortschaffung; der aus dem Siebentjahre in das achte Jahr hineinragende ist zehntfrei, jedoch unterliegt er der Fortschaffung.
ח א"ל אביי בשלמא סיפא לחומרא אלא רישא פטורה מן הביעור אמאי דאמרינן זיל בתר חנטה אי הכי תיחייב במעשר
8 Abajje sprach zu ihm: Allerdings ist der Schlußsatz erschwerend, weshalb aber unterliegt er im Anfangssatz nicht der Fortschaffung:
ט א"ל יד הכל ממשמשין בה ואת אמרת תיחייב במעשר
9 weil man sich bei diesen nach dem Knospen richtet, somit sollte er auch zehntpflichtig sein!?
י ורב המנונא אמר בת ששית שנכנסת לשביעית לעולם ששית ובת שביעית הנכנסת לשמינית לעולם שביעית
10 R. Hamnuna aber sagte: Der aus dem sechsten Jahre in das Siebentjahr hineinragende Etrog gehört immer zum sechsten Jahre, und der aus dem Siebentjahre in das achte Jahr hineinragende gehört immer zum Siebentjahre.
יא מיתיבי ר"ש בן יהודה אומר משום ר"ש אתרוג בת ששית שנכנסת לשביעית פטורה מן המעשר ופטורה מן הביעור שאין לך דבר שחייב במעשר אא"כ גדל בחיוב ונלקט בחיוב ובת שביעית שנכנסת לשמינית פטורה מן המעשר ופטורה מן הביעור שאין לך דבר שחייב בביעור אא"כ גדל בשביעית ונלקט בשביעית
11 Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Der aus dem sechsten Jahre in das Siebentjahr hineinragende Etrog ist zehntfrei und unterliegt nicht der Fortschaffung, denn nur das, was beim Wachsen pflichtig war und beim Pflücken pflichtig war, ist zehntpflichtig; der aus dem Siebentjahre in das achte Jahr hineinragende ist zehntfrei und unterliegt nicht der Fortschaffung, denn nur das, was im Siebentjahre gewachsen ist und im Siebentjahre gepflückt worden ist, unterliegt der Fortschaffung.
יב רישא קשיא לרב המנונא סיפא קשיא בין לרבה בין לרב המנונא
12 Der Anfangssatz widerspricht also R. Hamnuna, und der Schlußsatz widerspricht sowohl Rabba als auch R. Hamnuna!? –
יג תנאי היא דתניא אמר רבי יוסי אבטולמוס העיד משום חמשה זקנים אתרוג אחר לקיטתו למעשר ורבותינו נמנו באושא ואמרו אחר לקיטתו בין למעשר בין לשביעית
13 [Hierüber streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Eutolmios bekundet im Namen von fünf Ältesten, daß man sich bei der Verzehntung des Etrog nach dem Pflücken richte; unsere Meister aber stimmten in U͑ša ab und beschlossen, nach dem Pflücken, sowohl hinsichtlich der Verzehntung als auch hinsichtlich des Siebentjahres.
יד שביעית מאן דכר שמיה
14 – Wer spricht hier vom Siebentjahre!? –